Volksbanken und Raiffeisenbanken in Pforzheim und im Enzkreis strikt gegen eine europäische Einlagensicherung

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Pforzheim und dem Enzkreis

Jürgen Wankmüller, Vorstandsvorsitzender Volksbank Wilferdingen-Keltern eG, Vorsitzender der Kreisarbeits-Gemeinschaft aller Volks- und Raiffeisenbanken in Pforzheim und im Enzkreis (KAG).

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Pforzheim und dem Enzkreis und mit ihnen sämtliche Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland lehnen jede Form der Vergemeinschaftung der Einlagensicherung in der Eurozone ab. „Die Europäische Kommission setzt das Vertrauen der Sparer aufs Spiel. Mit einer europäischen Einlagensicherung würden feste Schutzmauern eingerissen, die nationale Bankenmärkte vor dem Übergreifen von Finanzmarkt-Turbulenzen schützen. Das geht auf Kosten der Bankkunden in Deutschland“, sagt Jürgen Wankmüller, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Wilferdingen-Keltern eG, anlässlich des aktuellen Vorschlags der EU-Kommission für ein europäisches System zur Absicherung von Bankguthaben . In seiner Funktion als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Pforzheim und im Enzkreis vertritt Wankmüller die Volksbank Pforzheim, die Volksbank Wilferdingen-Keltern, die VR Bank im Enzkreis, die Volksbank Stein-Eisingen, die Raiffeisenbank Kieselbronn, die Raiffeisenbank Ersingen, die Raiffeisenbank Wimsheim-Mönsheim sowie die Raiffeisenbank Bauschlott. .

„Niemandem ist es zu vermitteln, warum wir den bewährten nationalen Schutz unserer Ersparnisse gegen eine instabile europäische Sicherungseinrichtung eintauschen sollten. Wir brauchen keine europäische Einlagensicherung“, ergänzt Dr. Roman Glaser, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV), der in dieser Sache auch die deutsche Bundesregierung hinter sich weiß. „Das notwendige Vertrauen in die Sicherheit der Einlagen würde dadurch verloren gehen.“ Die Folgen nationaler Fehlentscheidungen und Ineffizienzen im Bankensektor könnten damit auf den gemeinsamen Fonds überwälzt werden. Der EU-Gesetzgeber hat bei der Bankenunion eine Einlagensicherung integriert und schreibt harmonisierte Mindeststandards in allen EU-Ländern vor. Viele Länder müssen erstmalig eigene Einlagensicherungssysteme installieren, die den Schutz der Einleger bis 100.000 Euro garantieren. Bisher liegt es in der Verantwortung jedes einzelnen Mitgliedsstaates, seine Sicherungssysteme auf- und auszubauen.

Einlagen bei Volksbanken und Raiffeisenbankene schon heute zu 100 Prozent sicher

Wankmüller und Glaser fordern eindringlich, die über viele Jahrzehnte bewährten nationalen Systeme der Volksbanken und Raiffeisenbanken zu erhalten. Durch ihre selbstständig organisierten Institutssicherungen ist sichergestellt, dass bei Volksbanken oder Raiffeisenbanken die Spareinlagen der Kunden nicht verloren gehen können. Die Einlagen der Kunden der Genossenschaftsbanken sind somit schon heute zu 100 Prozent gesichert. Damit gehen sie deutlich über den von der EU geplanten Schutz im Umfang von 100.000 Euro pro Sparer hinaus. Entsprechend hat noch nie ein Kunde einer Genossenschaftsbank auch nur einen Cent seiner Einlagen verloren. „Wer einen umfassenden Schutz für seine Einlagen will, braucht kein europäisches Sicherungssystem, sondern muss lediglich Kunde bei einer Volksbank oder Raiffeisenbank werden“, bringen es Wankmüller und Glaser auf den Punkt.

Europäische Einlagensicherung führt zu Fehlanreizen

Es gelte, Fehlanreize in Europa zu vermeiden, sagte kürzlich auch Uwe Fröhlich, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in Berlin. Gerade einmal die Hälfte aller Länder habe die EU-Einlagensicherungsrichtlinie bisher umgesetzt, obwohl dies bis Juli 2015 erfolgen musste. Neue Vorschläge wirkten sicherlich nicht anregend auf den Aufbau eigener Systeme in jenen Ländern, die bislang noch keine haben, so Fröhlich weiter. „Die Sparer in Deutschland haben großes Vertrauen in die Sicherheit ihrer Einlagen. Denn sie wissen, dass die angesparten Sicherungsmittel im Ernstfall für ihr Institut bereitstehen“, betont Glaser. „Transfers dieser Mittel in andere Länder lehnen wir daher ab.“ Die Mehrheit der Bundesbürger fühle sich mit der jetzigen Einlagensicherung sicherer als mit einer europäischen Lösung. Eine neue Diskussion über die Einlagensicherung würde nur neues Misstrauen der Sparer auslösen.

Verlässliche Partner der Menschen und des Mittelstands vor Ort

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind seit mehr als 150 Jahren die verlässlichen Partner der Menschen und des Mittelstands in Baden-Württemberg. Insbesondere in der Finanzmarktkrise 2008/2009 haben die regionalen Banken und damit auch die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Pforzheim und im Enzkreis mit ihren nachhaltigen und auf die örtliche Realwirtschaft bezogenen Geschäftsmodellen ihre außerordentliche Stärke und ihre große Bedeutung für den Standort Deutschland und die Region unter Beweis gestellt. Gerade durch die mittelständische Bankenstruktur ist die heimische Wirtschaft schnell und vergleichsweise unbeschadet durch die Krise gekommen.

Die aktuell 206 Volksbanken und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg weisen eine Bilanzsumme von mehr als 142 Milliarden Euro aus. Die Einlagen liegen bei rund 107 Milliarden Euro, die vergebenen Kredite bei etwa 84 Milliarden Euro. Insgesamt arbeiten fast 24.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Volksbanken und Raiffeisenbanken im Südwesten, darunter 2.400 Auszubildende. Die Genossenschaftsbanken im Land werden von mehr als 3,65 Millionen Mitgliedern getragen – bundesweit sind mehr als 18 Millionen Menschen Mitglied in dieser starken Gemeinschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Remchingen, 3. Dezember 2015

Arbeitsgemeinschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Pforzheim und im Enzkreis

Volksbank Pforzheim Volksbank Wilferdingen-Keltern

VR Bank im Enzkreis Volksbank Stein-Eisingen

Raiffeisenbank Kieselbronn Raiffeisenbank Ersingen

Raiffeisenbank Wimsheim-Mönsheim Raiffeisenbank Bauschlott.

i.V. Wankmüller